Naturschutz JA oder NEIN?

 in der Kategorie Lunz Aktuell

Haus der Wildnis und Umweltschutz – Hand in Hand?

Eine Frage, die ich so oder in ähnlicher Form wiederholt gestellt bekomme.
Zur Zeit mehren sich diese Fragen, was mich zu folgender Stellungnahme motiviert:

Das Haus der Wildnis ist ein Sinnbild für unberührte Natur, ein Symbol für etwas, das heute nicht mehr selbstverständlich ist, ein Wahrzeichen für etwas Schützenswertes.

So ist zumindest meine Sichtweise und auch die Wahrnehmung vieler unserer Bürgerinnen und Bürger.

Themen wie Bienensterben, Käferbefall, kontinuierlich steigende Durchschnittstemperaturen u.v.m. beschäftigen viele von uns.
Zumindest jene, die unsere noch relativ intakte Natur in unserer Region nicht als selbstverständlich betrachten.

Für mich persönlich ist aus diesen Gesichtspunkten heraus nicht nachvollziehbar, dass wir zuerst vorhandene Bäume kurzerhand entfernen („Ausgraben wäre zu aufwendig!“) und einige Monate später Bäume aus Kärnten unter enormen Aufwendungen (mehrere LKW’s auf hunderten Kilometern) herholen.
Sparsamkeit ist unter Berücksichtigung der Transportleistungen und der aufwendigen Verpflanzungsmaßnahmen (infolge der Größe der Bäume) keine ausreichende Rechtfertigung.

Der Begriff „CO2-Fußabdruck“ ist offenbar noch nicht bei allen angekommen.
Auch die allgemein hochgepriesene Regionalität findet dabei keine Beachtung, so als gäbe es keine Gartenbetriebe im Mostviertel.

In Summe ist ein grober Widerspruch zwischen dem Sinnbild des Hauses der Wildnis und den oben genannten Handlungsweisen zu erkennen.
Mit solchen Aktivitäten läuft man Gefahr an Glaubwürdigkeit zu verlieren und Schützenswertes auf lange Sicht zu zerstören.

Wir vermarkten mit dem Haus der Wildnis die Ressource „Wildnis“, aber wenn wir selbst auf diese Ressource nicht nachhaltig achten, wird sie auf kurz oder lang verloren gehen.

 

Anzeigen von 8 Kommentaren
  • Hermann Gschwandegger
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    Liebe Jutta!
    Ich kann Deinem Beitrag voll und ganz beipflichten. Um das Wildnisgebiet zu schützen ist allerdings meiner Meinung nach so ein aufwendiges Symbolprojekt wie das „Haus der Wildnis“ nicht notwendig. Da stand wohl der Tourismus im Vordergrund. Sehr oft schützt man Schützenswertes nachhaltiger indem man es einfach in Ruhe lässt und nicht ständig versucht darauf aufmerksam zu machen.
    Dass der Umweltgedanke Nebensache ist sieht man ja schon daran, dass man Bäume mit Sattelzügen, 1 Baum pro Zug, von Kärnten nach Lunz transportiert. Abgesehen von der Umweltbelastung durch den Verkehr, wäre auch die finanzielle Belastung der Baumaktion (Transport, Verpflanzung, etc.) interessant und wer die Kosten dafür trägt.

    • Eduard Leichtfried
      Antworten

      Es ist schön und wichtig, wenn sich die meisten Lunzer mit der Idee und mit der Umsetzung vom Haus der Wildnis samt Gestaltung des Ortszentrums identifizieren. Dies löst natürlich auch Fragen und Diskussionen aus. Meinungsbildend sollten allerdings nur echte Fakten sein.
      Zum Thema Bäume: Lunz am See bekam in Klagenfurt lagernde, große bzw. eingeschulte Bäume im Wert von EUR 75.000,- gratis zur Verfügung gestellt.
      Im gesamten Mostviertel gibt es nirgends Bäume in dieser Größe!!!
      Für den Transport der zehn Bäume aus Klagenfurt waren vier LKW Züge notwendig, wobei der letzte Baum aufgrund des großen Wurzelballens extra transportiert werden musste. Im Schnitt wurden daher 2,5 Bäume je LKW Zug transportiert. Da unsere Bäume für den Frächter eine Retourfracht waren, vermieden diese Transporte gleichzeitig auch Leerfahrten.
      Zum co2 Abdruck: Theoretisch wird jeder Lunzer durch den Transport einmalig mit ca. 300g belastet, während alle neuen Bäume jedes Jahr ca. 150.000g co2 speichern und dadurch gleichzeitig Sauerstoff produzieren. Laubbäume können im Vergleich zu Nadelbäumen doppelt so viel co2 speichern.

  • Kurt Pfeiller
    Antworten

    zu den Bäumen möchte ich auf meinen Kommentar vom 1.10.2020 verweisen. Alle Bäume geschenkt nur das Laub muss man zusammen kehren. Was mich aber viele Leute fragen betrifft den durchlöcherten Betonklotz vorm Eingang zum Haus der Wildnis. Das ist nicht die zukünftige Zutritts- Kasse zum Haus, sondern ein ziemlich missglückter Lüftungsschacht für die Garage im Keller. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man den Versuch einen weiteren Lüftungsschacht zu kaschieren ,aber auch nicht wirklich sehenswert. Aber bitte etwas Geduld, denn bei einem € 5 Mio. Projekt wird das sicher noch schöner werden.

  • Kurt pfeiller
    Antworten

    Echte Fakten lieber Edi wären zum Beispiel auch jene Abholung von irgend welchen Gehölz aus Wien zu erwähnen, wo ihr nur um eines Fotowillens nach Wien gefahren seid. Fakt ist auch ,dass die Bäume ursprünglich aus Südtirol, der Schweiz etc. zu einem fragwürdigen Event ins Wörthersee-Stadion gebracht wurden und nach 2-jährigen hin und her wohl niemals € 75.000.- wert sein können. Fakt ist auch ,dass wir deine Zahlen mangels echter Transparenz niemals überprüfen werden können. Fakt ist auch, dass du noch niemals irgend eine kritische Stimme akzeptiert hast und bisher alles in deiner Zugehens weise perfekt ist.

  • Hermann Gschwandegger
    Antworten

    Sehr geehrter Herr Leichtfried, schuldig geblieben sind sie noch die tatsächlichen finanziellen Aufwendungen für die Baumaktion. Kann aber sein, dass kurzfristig die Kosten noch nicht bekannt sind und in absehbarer Zeit ja nachgeliefert werden.
    Ob sich tatsächlich die meisten LunzerInnen mit dem Haus der Wildnis und mit dieser Ortsbildgestaltung identifizieren ist nicht erwiesen.
    Im Ortszentrum großwachsende Waldbäume zu pflanzen finde ich unerträglich und für das Ortsbild schädlich. Hat man doch in den vergangenen Jahren damit begonnen im Ort Bäume zu entfernen. Die co2 Bilanz wird sich nicht wesentlich verändern weil wir uns ohnehin in einer waldreichen Gegend befinden und es sich um keine Neupflanzungen handelt sonder nur um eine Verlagerung von A nach B. Ob die Bäume die Verpflanzung überleben werden wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Ich frage mich nur, wenn eine Verpflanzung von so großen Bäumen ohnehin möglich ist, warum hat man die vorhandenen Bäume nicht an den gewünschten Ort verpflanzt? Zu den Leerfahrten sei noch gesagt, dass sich jeder Frächter ein Gegengeschäft sucht um eben keine Leerfahrten zu produzieren, schon aus wirtschaftlichen Gründen. In diesem Fall waren es eben die Bäume. Ich nehme an, dass der Transport kein Geschenk des Frächters war.

    • Kurt Pfeiller
      Antworten

      Hermann deinen Beitrag kann ich zu 100% zustimmen. Eine sinnlos Baumaktion welche wahrscheinlich nur den Kahlschlag des neuen Ortskern mit Pflastersteinen und Asphaltbeton kaschieren soll.

  • Sigrid Bachler
    Antworten

    Danke für deinen Beitrag Jutta, ich schließe mich diesem und den Kommentaren von Hermann Gschwandegger und Kurt Pfeiller vollinhaltlich an.
    Der NÖN Nr. 47 (Seite 38) musste ich entnehmen, dass zwei 2500 l fassende Aquarien mit Fischarten im Lunzer See vor der Klimaveränderung und aktuell vorkommenden Fischarten den Innenbereich „schmücken“ werden. Die Zurschaustellung von Fischen in einem Aquarium ist für mich absolut unzeitgemäß, unstimmig und meiner Meinung nach überhaupt nicht dem Konzept eines Hauses der Wildnis, welches ein Sinnbild für unberührte, schützenswerte Natur sein soll, entsprechend. Unverständlich und unpassend, ein Signal in eine total falsche Richtung.

    • Kurt Pfeiller
      Antworten

      Danke Sigrid für das Stichwort Aquarien. Ob da die aktuellen Hechte hineinpassen? Es wurde ja immer behauptet, dass der Hecht sich erst seit dem Klimawandel im See verirrt hat. Habe in meinen Tauchfotos gesucht und auch schon im Jahre 1994 einen vor die Linse bekommen und zwar in unserem See. Ein unverständliches Signal ohne Wert. Ich kann es nicht nachvollziehen warum man Trinkwasser so vergeuden muss, genau sowie bei der ehemaligen biologischen Station wo seit Jahren das Überwasser in den Schmutzwasserkanal geleitet wird . Eine “ Wilde“ Ressourcen Verschwendung. Vielleicht wird auch noch der Dürnstein-Bär angekarrt.

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