Haus der Wildnis und Amazon: passt das zusammen?

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Unter „www.wildnisgebiet.at“ wird im Internet seit Ende September der Link „Smile.Amazon.de“ beworben. Hier kann man sich registrieren und mit jedem Einkauf beim Online-Händler Amazon eine Spende von 0,5 % des Einkaufswertes für das „UNESCO Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein“ lukrieren.

Eine gute Sache würde man auf den ersten Blick meinen. Bei genauerer Betrachtung erscheint der Zusammenhang „Onlinehandel“ versus Wildnisgebiet/Naturschutz schon fragwürdiger.

Dazu sollte man wissen, dass Amazon mit seinen Lieferdiensten für ein enormes Verkehrsaufkommen sorgt: die CO2-Bilanz kümmert dabei offenbar niemand! Dazu kommt die Aushöhlung der Geschäftsgrundlage von lokalen Handelsbetrieben und darüber hinaus zahlt dieser Internet-Gigant für die in Österreich erzielten Umsätze auch hier keine Körperschaftssteuer.

Ein wenig mehr Nachdenken darüber, welches „Vehikel“ man für das Spendensammeln wählt, wäre hier schon wünschenswert gewesen!

 

Anzeigen von 3 Kommentaren
  • Andy Zeinlinger
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    Natürlich ist es immer gut regional einzukaufen und ich fürchte, dass unser Haus der Wildnis von den Spenden nichts abbekommen wird. Dennoch glaube ich, dass der CO2-Ausstoß um einiges höher wäre, wenn zB 10 Personen mit ihren Autos die weitere Umgebung abklappern würden, um entsprechende Waren zu suchen und infolge zu kaufen, als im Internet zu stöbern und die Ware von der Post – welche sowieso täglich fährt – zustellen zu lassen.

    • Manfred Teufl
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      Es macht aber trotzdem einen Unterschied ob die Post mit einem kleineren LKW fahren fährt oder mit 5 großen LKWs fahren muss um die Paketmassen zu bewältigen, soviel zu „welche sowieso täglich fährt“.

  • Kur Pfeiller
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    Servus Gerhard, eine gute Recherche zu einer unheimlich fiesen Bettelei. Mir fehlen die Worte.
    Über CO2-Bilanzen brauchen wir ohnehin nicht mehr zu diskutieren, denn wer glaubt denn schon ernsthaft daran, dass alle Besucher zur Wildnis zu fuß kommen und nicht angekarrt werden (zu Hauf ).

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